11. Wie zeigt sich die fernöstliche Philosophie im Quan Shu?

Quan Shu basiert auf den althergebrachten Wurzeln des Kung Fu,
insbesondere auf den inneren Stilen der südlichen Schulen (Wudan
Shan). Beziehungen bestehen zum Tai Chi und zur philosophischen
Richtung des Taoismus. Diese philosophische Basis kommt in den
Elementen des „Loslassens“ oder im “Nichtwollen “ (Wu Wei) und
“Geschehenlassen” während des Kampfes zum Ausdruck. Um das in
der praktischen Bewegung zu erfahren, muss man Quan Shu längere
Zeit trainiert haben, dann erreicht das freie Bewegen mit dem Geg-
ner ein Niveau, das meditativen Charakter hat. Man bewegt sich und
ruht doch dabei ganz entspannt in sich selbst, keinerlei Gedanken
trüben den Blick auf das Geschehen, man beobachtet nur aufmerk-
sam, nimmt aber keinen bewussten Einfluss. Theoretisch kann dieses
Gefühl nicht vermittelt werden.

Bei Interesse kann man sich mit den theoretischen Modellen ver-
schiedener klassischer Denker auseinander setzen. Insbesondere
bietet sich eine kommentierte Ausgabe des Zhuang Zu an, der
praktische Lebensphilosophie in poetischen Bildern vermittelt.
Er ist – zumindest als Einstieg – geeigneter als der etwas bekanntere
Laotse, da letztgenannter seine Philosophie an den Staat und den
Herrscher adressiert hat. Weitere Literatur ergibt sich dann je nach
Interessenlage aus den entsprechenden Literaturhinweisen und
Quellennachweisen in diesen Büchern.

 

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